Die neue Windpipe des Menschen ist die erste synthetische Organtransplantation der Welt


Die synthetische Luftröhre kurz vor der Implantation

Was ist die Nachricht: Die neue Luftröhre eines afrikanischen Mannes ist das erste synthetische Organ der Welt, das transplantiert wird. Aus einem Polymergerüst hergestellt, das mit den eigenen Zellen des Patienten beschichtet ist, scheint die Luftröhre gut zu funktionieren, mehr als einen Monat nach der Operation.

Wie zur Hölle:

  • Der Patient hatte einen inoperablen Golfball-großen Tumor, der auf Chemo- oder Bestrahlungsbehandlungen nicht gut angesprochen hatte und seine Luftröhre verdeckte. Während Patienten in solchen Fällen häufig Spendertracheae erhalten, waren keine verfügbar.
  • Die Wissenschaftler bauten ein Polymergerüst, das genau dieselbe Größe und Form wie die Luftröhre des Patienten hatte, und zwei primäre Bronchien, wobei 3D-Scans des Patienten als Modell verwendet wurden.
  • Eine andere Gruppe von Wissenschaftlern setzte die künstliche Luftröhre mit Stammzellen aus dem Knochenmark des Patienten ein. Man ließ die Zellen zwei Tage lang wachsen, da die Forscher sie dazu aufforderten, sich in die verschiedenen Gewebetypen einer gesunden Luftröhre zu differenzieren.
  • Chirurgen entfernten dann die krebsartige Luftröhre des Patienten und implantierten die synthetische Replik während einer 12-stündigen Operation.
  • Da die neue Luftröhre aus den eigenen Zellen des Patienten besteht, bestand kein Risiko, dass er die Transplantation ablehnte - und somit keine Notwendigkeit für postoperative Immunsuppressiva.
  • Dem Patienten geht es gut und wird am Freitag aus dem Karolinska-Universitätskrankenhaus in Stockholm, Schweden, entlassen, wo der Eingriff stattgefunden hat.

Was ist der Kontext:

  • Bei früheren Windpipe-Transplantaten wurden auch Gewebe aus den Stammzellen der Patienten verwendet. Die Gewebe wurden jedoch auf Spender-Tracheae und nicht auf künstlichen Gerüsten gezüchtet. Dies bedeutet, dass für jede Transplantation noch ein geeigneter Spender benötigt wurde.
  • Der Bau neuer Organe nur aus Zellen und künstlichen Materialien eines Patienten könnte jedoch den Bedarf an Spenderorganen insgesamt beseitigen, was angesichts des chronischen Organmangels und der Anzahl der Patienten, die während des Wartens auf eine Transplantation sterben, von großem Vorteil ist.
  • Diese Transplantation war auch erstaunlich schnell - zwei Tage, um eine Luftröhre zu züchten! -, was besonders für kranke Patienten eine gute Nachricht ist.

Die Zukunft hält:

  • Der leitende Chirurg hat drei weitere im Labor gezüchtete Trachea-Transplantationen geplant, zwei in den USA und eine in Korea.
  • Obwohl die Forscher hoffen, dass diese Technik nicht nur für die Bildung von Trachea, sondern auch für viele andere Organe verwendet werden kann, ist dies kein einfacher Prozess. Hohlorgane wie Luftröhren sind im Labor wahrscheinlich leicht zu bauen, im Vergleich zu Organen, die aus dickem Gewebe wie dem Herzen bestehen.

Bild: Universitätscollege London